Text der offiziellen Anmeldung « Musik Braucht Freiräume – MBF – Berlin – *www.mbf.space*

Text der offiziellen Anmeldung

Die Themen, Forderungen, Gründe:

- wir richten uns mit der Demonstration u.a. gegen eine, unserer Ansicht – als demokratischer Teil der Gesellschaft – nach, nicht mehr zeitgemäße Gesetzgebung, z.B. im Bezug auf „Ruhestörungen“ und fordern damit eine entsprechende Anpassung, bzw. demokratische Änderung der Gesetze. Insbesondere die Uhrzeit “22Uhr” (10Uhr abends), sowie die sog. “kirchlichen” Feiertage, wie den Karfreitag und sog. Tanzverbote, halten wir aufgrund der allgemeinen Arbeitsbedingungen und sich ständig ändernden und wachsenden Bedürfnisse einer Mehrheit von Menschen, in der BRD und gerade auch in Berlin, für stark überholt, bzw. überholungsbedürftig.

- wir fordern zeitliche und örtliche Freiräume für (freie) Musik als wichtigen, universell verständlichen und zugänglichen kulturellen Ausdruck von Menschen für Menschen die ihre freie Selbstentfaltung und persönliche Entwicklung selbst bestimmen und dabei nicht ökonomisch Abhängig, z.B. vom Immobilienmarkt unabhängig, sein wollen. Der öffentliche Raum – der Straße – ist darum für uns der Ort der Wahl um diesen Forderungen Ausdruck zu verleihen und eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen. Da zu dieser Zeit “Hochbetrieb” des Massentourismus auf der Simon-Dach-Str. sein wird, möchten wir mit diesem Zug auch explizit durch diese stark besuchte Zone der (sinnbildlichen) Kommerzialisierung des “Kiezes” ziehen.

- wir protestieren des Weiteren implizit dagegen, dass die „Fête de la Musique“ als größte jährlich, dezentral organisierte und getragene Veranstaltung (in) der Stadt, anders als, von den stärksten Parteien, politisch gewollte und, damit, vom Bezirk mitgetragene Veranstaltungen, wie das „Myfest“ und der „Karneval der Kulturen“, keine Ausnahmegenehmigung bekommt und das eine sog. Ausnahmegenehmigung als solche überhaupt erforderlich ist.

- wir richten uns damit im Allgemeinen gegen die mainstreampolitische und kommerzielle Verwertung von Musik, die wir als unantastbares kulturelles Gemeingut der Menschen die sie machen für die Menschen für die sie sie machen und eben nicht als (verkäufliche) Ware, verstehen. Musik gehört zu den ältesten kulturellen Errungenschaften der Menschheit und sollte auch als solche verstanden werden. Mit der zunehmenden auf Verkauf und Profit ausgerichteten Verunkulturisierung von “Kultur” und Musik, durch die Kultur- und Musikindustrie, wird dies von diesen elitären Interessensgemeinschaften zunichte gemacht. Dagegen protestieren wir.

- wir fordern deswegen dagegen die Erhaltung bestehender und die Schaffung weiterer, nicht kommerzieller Verwertbarkeit, d.h. der gegen Menschen gerichteten Profitorientierung, unterliegender, sozialer kultureller Freiräume. Wie z.B. Die zu stärkende Nutzung durch gemeinnützige Kultur-Vereine, (neue) öffentliche soziale Teilkörperschaften, o.ä..

Das Programm, der geplante Ablauf der Versammlung und des Zuges:

- zu den obigen Themen wird es an drei Punkten des Zuges Redebeiträge geben: zum Auftakt, bei der Zwischenkundgebung und bei der Abschlusskundgebung.

- während des Zuges wird auf der Pritsche/Ladefläche eines kleinen 3,5t Kastenwagens (unter LKW-Klassifikation) ein DJ seine eigene,
selbstproduzierte Musik auflegen und damit ein Liveset gemeinfreier Musik spielen. Der Wagen wird dazu mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Ironiemodus an: Denn wir stehen ja schließlich auf dem Boden der Bürgerlichkeit (Ironiemodus aus).


1 Antwort auf „Text der offiziellen Anmeldung“


  1. 1 Fête de la Musique mit Nachttanzdemo « Auf zu neuen Ufern – Mediaspree entern! Pingback am 20. Juni 2010 um 20:20 Uhr
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