Flugblatt (Flyer) an die PassantInnen, NachbarInnen und AnwohnerInnen auf der Strecke der Nachttanzdemo « Musik Braucht Freiräume – MBF – Berlin – *www.mbf.space*

Flugblatt (Flyer) an die PassantInnen, NachbarInnen und AnwohnerInnen auf der Strecke der Nachttanzdemo

Musik Braucht Freiräume 2014 – fünf Jahre MBF Collectif

Die alternativen Fête de la Musique auf dem Wagenplatz Scheffelstraße steht für eine Alternative zur Kommerzialisierung von Musik- und Kulturproduktion. MBF steht ein für freie Kultur und Musik.

Wir solidarisieren uns mit der Nachttanzdemo für Freiräume, freie Kunst* und Kultur, wie gemeinfreie Musik, Selbstorganisation und ein „Recht auf Stadt“, wie Wohnraum und freie Selbstentfaltung für alle ausgehend von uns selber und vor allen Dingen unverkäuflich.

Musik ist ein Urinstrument der zwischenmenschlichen Kommunikation und zeigt, was und wie das soziale Leben spielt – sie ist ein Ausdruck für Gefühle und bringt Menschen als soziale Wesen zusammen. Sie vereint uns im Leben.

Darum machen wir diese Nachttanzdemo zur Fête de la Musique, seit fünf Jahren zeigen wir damit, daß wir unversöhnlich sind mit einer destruktiven Haltung zur Musik (Wir rufen: „Still not loving capitalism“!) und einer Auffassung von Politik der Gleichmacherei, Weißwascherei und Weichspülerei.
Stattdessen wollen wir zeigen, daß die Musik etwas Lebendiges so wie das Leben ist und daß wir für unsere selbstbestimmte Lebensart, unsere Freiräume und die Kultur für die sie stehen, unsere Stimmen erheben.
Was uns also eint, ist der Wunsch, ein selbstbestimmtes Leben nach eigenen Entwürfen zu leben; mit unkommerzieller Kultur, die nicht nach Marktforschung und Verwertungslogik, eben nicht profitorientiert produziert wird und damit wiederum emanzipatorische Politik zu ermöglichen.
Wir wollen uns aus den Unterdrückungsmechanismen, wie den Herrschafts- und ausbeutungsverhältnissen die unseren Alltag viel zu oft bestimmen, so weit wie möglich lösen. Wir bilden Gegenpole um ohne Leistungsdruck und Konkurrenz, Rationalisierung und Zweckoptimierung, die versteinerten Verhältnisse zu überwinden.
Daß wir gegen die GEMA und die Musikvermarktung sind, haben wir nun seit Jahren klargemacht. Aber wir wollen weitaus mehr als „Creative Commons“.
Darum fordern wir z.B. mehr Rechte, Anerkennung und eine bessere soziale Absicherung für freischaffende Künst*lerinnen sowie Kulturschaffende, wie für alle Menschen. Mindestlohn, Grundsicherung oder Grundeinkommen, wie sie derzeit verhandelt werden, sind dagegen nur der blanke Hohn.

Wir wehren uns aktiv gegen die Vertreibung von Freiräumen für unsere Kultur und Musik. Wir schaffen Platz für buntes Treiben und Subkultur im öffentlichen Raum. Bewegungs- und Bleibefreiheit für alle Menschen sind für uns selbstverständlich. Wir wollen eine Stadt die mehr bietet als Kommerz, Konsum und Verwertung. Für all das lassen wir uns nicht kriminalisieren und verdrängen! Also lasst uns tanzen!

Denn wenn die Revolution nicht tanzen kann, dann ist es auch nicht unsere.