Archiv für Juli 2015

Enjoy your time

U know outa space (in CZ) there’s sth nice going on… ;)

But still in berlin there’s a funny silent music picnic happening tomorrow afternoon at the „Karpfenteich“ in the Treptower Park and some other stuff goin‘ round the corner of eastcross.

So, meet n‘ greet

have fun

CYA

Hint: Today’s eve soli show in Kili Berlin for KOP


BLN SXE + SLEAZE SHOWS present:

IRON
https://xironx.bandcamp.com/

KDC
https://kdcprhc.bandcamp.com/

WEIGHTS
https://www.facebook.com/weightsberlin?fref=ts

AMONG US
https://www.facebook.com/pages/Among-Us
http://among-us.bandcamp.com/album/graves-ep

FORSAKEN
https://forsakenstgo.bandcamp.com/

PRIMITIVE LIFE
https://www.facebook.com/primitivexlife

Entry: Donation / Reference: 5-10 €

+ public kitchen

Minor Treat will offer delicious vegan sweets.

All leftover incomes will support victims of rascist police brutality [and the work of KOP Berlin]: www.kop-berlin.de

(https://www.facebook.com/events/1632526353650334/)

Space Piknik CZ 2015

Dokumentation: Redebeitrag von CF – Datacide – vom 21.6.2015

Hiermit dokumentieren wir den
Redebeitrag von CF, von Datacide (Praxis Records),
der auf der Tageskundgebung und Zwischenkundgebung, in der Rummelsburger Bucht und während der Demo, auf der Oberbaumbrücke, gehalten wurde.

Für die befreite Gesellschaft – Kultur, Musik, Kunst in freier Selbstentfaltung:

Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Warenansammlung“, so beginnt der erste Band des Kapital von Marx. In diesen warenproduzierenden Gesellschaften tritt auch Kultur und damit Musik als Ware auf.
Sie ist damit Dynamiken des Kapitalismus unterworfen, die sich in verschiedenen Phasen dieses krisenhaften Systems verschieden äussern, die aber, wenn man alle Illusionen über ihre Autonomie beiseite lässt, von einem Kampf um die Verwertung gekennzeicnet sind.

Universal Music z.b., an deren deutschem Hauptquartier wir heute vorbeiziehen, ist mit über 30% Marktanteil weltweit der grösste Musikkonzern, der wiederum dem französischen Massenmedienkonzern Vivendi gehört. Aber Universal ist nur ein Beispiel der Entwicklung in Richtung Konzernbildung, wie es auch andere Beispiele aus der Pressebranche, Pharma- und Lebensmittelindustrie etc.etc. gibt.
Es gibt eine weit verbreitete Fehlannahme, dass nationalstaatliche Akteure diese ausufernde Globalisierung eindämmen oder im Interesse der Allgemeinheit managen könnten. Dabei ist eine der zentralen Funktionen des Staates die, den Rahmen der Kapitalisierung zu garantieren.

Im Kontext der Musikverwertung wird in Deutschland diese Garantie teilweise von einem staatlich legitimierten Verein, der sich Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – kurz GEMA – nennt, übernommen. Gegründet wurde die GEMA zunächst als Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte (kurz STAGMA) im September 1933 als Zusammenführung diverser Vorläuferorganisationen, um die Wahrnehmung von musikalischen Urheberrechten auf das Niveau der Zeit zu bringen. Dieses „Niveau“ führte schon im folgenden Jahr dazu, dass 8000 jüdische Musiker de facto Berufsverbot erhielten, weil die Reichsmusikkammer, unter ihrem Präsidenten Richard Strauß der Meinung war, dass „Nichtarier grundsätzlich nicht als geeignete Träger und Verwalter deutschen Kulturguts anzusehen“ seien. Es war nur folgerichtig, dass verdiente Mitarbeiter als Prämie mit dem Buch Mein Kampf von Adolf Hitler belohnt wurden.

Die STAGMA, bzw. GEMA wurde aber nicht etwa „missbraucht“, sondern repräsentierte die Ideologie des damaligen Deutschlands und sie repräsentiert in ihrer heutigen Form durchaus die Ideologie des heutigen Deutschlands, bzw. die Ideologie der herrschenden Klasse im heutigen Kapitalismus.
Das äussert sich einerseits in der Mitgliederstruktur, wo es einen inneren Zirkel von stimmberechtigten „ordentlichen“ Vollmitgliedern gibt, umgeben von einem Kreis von „ausserordentlichen“ Mitgliedern mit eingeschränkten Rechten, danach folgt die Masse der „angeschlossenen“ Mitgliedern ohne weitere Mitgliederrechte.

Damit korrespondiert die Ansicht der GEMA, dass es zwei verschiedene Arten Musik gäbe, nämlich sogenannte „ernste“ und sogenannte „Unterhaltungs-“ Musik, wobei Vergütungen für die „ernste“ Musik ein vielfaches ausmachen.

Andere Aspekte sind genauso dubios. Zum Beispiel müssen wir in unserm Laden beim Ostkreuz – wie alle Orte, wo öffenlich Musik laufen könnte – an die GEMA Vergütungen abliefern, obwohl bei uns kaum je Musik, deren Rechte von der GEMA überhaupt vertreten werden, gespielt wird. Würden wir das nicht tun, würden nach einer Mahnung sofort Inkassounternehmen eingeschaltet. Die Unschuldsvermutung ist hier völlig ausgehebelt. Dieses Geld landet selbstverständlich niemals bei den Musikern, deren Musik wir spielen, und selbst wenn sie angeschlossene Mitglieder wären, ist es unwahrscheinlich, dass sie etwas von den 755 Millionen Euro erhalten würden, die die GEMA beispielsweise für 2014 ausgeschüttet hat. Es geschieht also eine Umverteilung von der Peripherie ins Zentrum, oder von unten nach oben.

Gleichzeitig dürfen wir uns nicht irreführen lassen von diversen Streitereien, z.b. zwischen YouTube und GEMA oder zwischen Clubbesitzern und GEMA. Es handelt sich hier nur um unterschiedliche Konzepte, wie die Beute, die durch musikalisch-kulturelle Produktion entsteht, verteilt werden soll.

Der CSU-Politiker Reinhold Kreile, der von 1990-2005 Vorstandsvorsitzender war, nannte die GEMA einen „Leuchtturm der Kultur“.
Die GEMA ist also mehr als das Ordnungsamt der Musikkultur, sie vertritt eine spezifische Ideologie.
Die Ideologie der bürgerlichen Gesellschaft, wo Kunst und der dazugehörige Geniekult dazu dient, zu demonstrieren, dass manche Menschen talentierter und deshalb „mehr wert“ sind als andere. Sie dient damit der Legitimation von Unterdrückung und Ausbeutung. Deshalb können wir nicht nur Nein zum Kommerz sagen, sondern müssen auch Nein zur Kunst sagen, nicht im Sinne einer Ablehnung der Kunst, sondern im Sinne ihrer Aufhebung in einer experimentellen revolutionären Praxis des Alltagslebens.

Selbstorganisation ist dabei nur der Anfang.
Aber sie kann tatsächlich Freiräume schaffen, wo zumindest experimentiert werden kann.
Es gilt jedoch die Gefahr abzuwehren, in einem subkulturelles Ghetto toleriert zu werden, wo dann doch nur wieder Rohmaterial für die allgemeine Verwertung hergestellt wird.

Dagegenzusetzen wäre eine gegenkulturelle Bewegung, wo in einer kollektiven kulturellen Produktion Kritik geübt wird am Kunst-und Kulturverständnis der Bourgeoisie, was Urheberrecht und seine Wahrnehmung und Monetarisierung mit einschliesst.

Um zu Marx zurückzukehren, der in den Pariser Manuskripten schreibt: „Die Aufhebung des Privateigentums ist daher die vollständige Emanzipation aller menschlichen Sinne und Fähigkeiten.“
Eine Aufhebung der Kunst müsste in diesem Sinne damit einhergehen mit einer Abschaffung der warenproduzierenden Gesellschaft.

PDF Link -> Rede CF Datacide MBF 2015

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Dieser und weitere Redebeiträge von MBF 2015 und von den Jahren davor, sind hier unter -Speeches- sowie -Politics- abzurufen.

Summer break

Enjoy your time
check websites of friends for stuff goin‘ on
we‘re gonna send news after september again
so far
have fun
cya