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Erklärung von MBF zur Disku am 29.8. auf Suppe&Mucke

Zur Diskussion am 29.8.2015 am Boxi:

ERKLÄRUNG VON MBF

Ich verlese hiermit die Erklärung von MBF und spreche hier als Vertreter*/_in der freien Aktionsinitiative >>Musik Braucht Freiräume<< aus Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.
Wir verstehen uns als freier selbstorganisierter und politischer Zusammenschluß von Kulturschaffenden, Künstler_innen und Musiker_innen die sich für ihre selbstgewählten Freiräume zum Leben, musizieren, (sub)kulturellem Selbstausdruck, wie feiern u.v.m einsetzen. Denn ohne uns wäre Berlin ein langweiliges verschlafenes Nest und (un)tote Stadt voll Zombies gibt’s eh schon mehr als genug.
Mindestens einmal im Jahr machen wir darum eine Aktion dazu, die demonstrative freie Stage und Nachttanzdemo als politische Versammlung und Veranstaltung unter freiem Himmel.
D.h. wir melden nicht beim Ordnungsamt an, sondern bei der Versammlungsbehörde als politische Demonstration.
Warum? Weil wir u.a. gegen die Musikvermarktung und Verwertungslogik, z.B. in Form der GEMA, wie den kulturindustriellen Komplex der dem kapitalistischen System innewohnt und damit selbstredend gegen diesen sowie die Elends- & Zwangsverwaltung (z.B. der Wirtschafts- &/oder Kulturämter der Bezirke) – namentlich also Technokratie & Kapitalismus – und dagegen für Freiräume sind.
Freiräume stellen für uns aber keine wahllose Beliebigkeit, sondern basisdemokratische Schutzräume für selbstbestimmtes Dasein dar.
(Öffentliche & selbstorganisierte) Orte, Häuser und Wohnraum dürfen kein/e Objekt/e der Spekulation sein.
Wir halten Freiräume für eine Selbstverständlichkeit, die (nicht erst mit dem Recht auf Stadt) in einer fortschrittlichen/progressiven Gesellschaft, mit emanzipatorischem Anspruch, immer garantiert werden sollten. Das dieser Zustand noch lange nicht erreicht ist, sondern die vorherrschenden Verhältnisse uns dazu zwingen zu demonstrieren, das zeigen wir und darum sind wir da, bunt, laut und kreativ.
Wir meinen nicht daß jemensch als Bittsteller_in auftreten sollte, sondern wir fordern was für uns eine Selbstverständlichkeit ist und wir wollen wenn dann auch nur auf Augenhöhe (miteinander) diskutieren, allerdings nicht über das Ob und Überhaupt, sondern höchstens über das Wieso, Weshalb, Wann, Wie, Wo und mit Wem sowie Warum.
Insofern stelle ich diese Diskussion (hier) aufgrund fehlender Grundlage hiermit schon in Frage.
Ich werde darum meinen Stuhl, möglichst schon, nach dieser Anfangsrede und dem ersten Schlagabtausch/Austausch, so bald möglich, umgehend für das Fishbowl/Worldcafe zur Verfügung stellen, da die Selbstermächtigung, sprich das Empowerment und das Aufbauen von Gegenmacht für uns eine sehr große Rolle spielt bzw. meiner Meinung nach wieder viel stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden sollte. Also, meldet Euch und kommt nach vorn!
[Edit: Anmerkung; direkt eine ganz andere Gesprächsform zu wählen wäre natürlich von Anfang an besser gewesen. Das hat die Runde über Migration und Refugees dann schon besser gelöst und ist nach vorn zum Publikum, auf Augenhöhe, gegangen.]
Aus diesen Gründen begrüßen wir solche temporären Freiräume wie das öffentliche, kostenlose und selbstorganisierte Straßenfest von Suppe und Mucke (trifft Weltfest) – kritisch aber grundsätzlich solidarisch – sehr und fordern mehr davon, überall, jederzeit!
Wir sehen aber auch wie viele Steine in den Weg gelegt wurden und werden und sagen das darf nicht sein.
Reclaim da streets, organize everything urself, make ur own power
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