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Bericht aus Köln – Wagenplatz wehrt sich gegen Verdrängung

„[K] Besuch der [sog.] Bürgervertretung durch Bewohner*innen und Unterstützer*innen des Bauwagenplatzes „Wem gehört die Welt““

Von: https://linksunten.indymedia.org/de/node/181670

„Verfasst von: Beobachter*. Verfasst am: 11.06.2016 – 13:32. Geschehen am: Donnerstag, 02. Juni 2016″:

„Seit dem 26.02.2016 ist der Kölner Öffentlichkeit bekannt, dass die Stadt Köln über einen Verkauf des Geländes des Bauwagenplatzes „Wem gehört die Welt“ verhandelt.[1] Mittlerweile ist klar, dass die Verhandlungen mit dem Arbeitersamariterbund (ASB) Köln laufen. Am 3.3. gab der städtische Liegenschaftsausschuss dem ASB die ersten Zugeständnisse.[2] Aus diesem Anlass besuchten Bewohner*innen und ihre Unterstützer*innen des Bauwagenplatzes die öffentliche Sitzung der zuständigen Bürgervertretung am 2. Juni 2016. Ein Bericht aus der Gruppe der Unterstützer*innen.

Die Bewohner*innen konnten in der folgenden Sitzung ihre zuvor ausgearbeiteten Fragen den versammelten Parteienvertreter*innen präsentieren. Aus den Antworten auf diese Fragen ging hervor, dass der ASB von der Stadt Köln ein sogenanntes Erstandienungsrecht zugesprochen bekommen hat. Damit hat der ASB eine Art Vorkaufsrecht, wird also jeweils anderen Interessierten vorgezogen. Die Entscheidung sei hier bewusst für den ASB gefällt worden, da dieser der Stadt als besonders geeignet erschien eine einvernehmliche Lösung mit den jetzigen Bewohner*innen des Platzes zu finden.

Zur Frage, ob auf dem betreffenden Gelände Wohnraum oder doch eher Arbeitsräume und Stellplätze des ASB entstehen sollen, wurden Pläne erläutert, nach denen rund um die Fläche Arbeitsräume und Garagen als „Abschirmbauten“ entstehen sollen, innerhalb dieser jedoch (Zitat) „durchmischter Wohnraum“. Die Befürchtung der Bewohner*innen scheint sich vor allem darauf zu beziehen, dass auf ihrem Gelände weitere, für Köln typische, Luxusbauten entstehen sollen, statt des dringend benötigten Wohnraums auch für Geringverdienende und Mittellose.

Die Stadt bedauerte in der Folge, dass auf die Bewohner*innen des Platzes niemand frühzeitig zugekommen ist und verwahrte sich gegen den Vorwurf sich der eigenen Verantwortung zu entledigen. Dieser sei man bereits bei der Wahl des Interessenten für dieses (ebenfalls Zitat) „Filetstück“ (das Gelände des Bauwagenplatzes) nachgekommen und man werde den Prozess mit dem ASB und den Bewohner*innen weiter verfolgen.

Auf die letzten Fragen wurde von keiner Seite weiter eingegangen. Vielmehr wurde noch die Empfehlung ausgesprochen sich für den weiteren Prozess eine Vertrauensperson „ins Boot zu holen“, die die Anliegen der Bewohner*innen und Unterstützer*innen mitvertreten könne.

Am 25. Juni wird es ab 13 Uhr eine Wagen- und Fahrraddemo geben. Der Aufruf der Bewohner*innen hierzu: „Macht schon mal eure Karren startklar, pumpt die Fahrräder auf oder probiert die Laufschuhe an. Je mehr Menschen am 25. dabei sind, umso besser!“

Infos des Bauwagenplatzes gibt es hier: http://wemgehoertdiewelt.blogsport.de/.

Infos zur Demo: https://plotter.infoladen.de/?q=node/1688.

[1] Kölner Stadt-Anzeiger: Stadtentwicklung. Wohnungsbau statt Schrebergarten, http://www.ksta.de/koeln/stadtentwicklung-wohnungsbau-statt-schrebergart….

[2] Vgl. Presseerklärung des Bauwagenplatzes „Wem gehört die Welt“ vom 22. Mai 2016, http://wemgehoertdiewelt.blogsport.de/images/Presseerklrung_01.pdf.“

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/181670

One struggle – one fight – jeder Wagenplatz bleibt

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