22.4. InterKiezionaleDemo Berlin Xhain

Aufruftexte aus Indymedia Linksunten (Zitate):

Interkiezionale Demonstration

Verfasst von: Rigaer Straßenplenum. Verfasst am: 02.03.2017 – 10:58. Datum: Samstag, 22. April 2017 – 20:00. …

CG-Gruppe bekämpfen, G20 angreifen, bedrohte Projekte verteidigen!

Mit der Entwicklung der Wohn- und Lebenssituation in Berlin geht die Menschlichkeit und das, was die Kieze ausmacht, endgültig den Bach runter. In Jahren der Versuche, den Ausverkauf unserer Lebensräume aufzuhalten, konnten zwar kleine Erfolge verbucht werden, der Gesamtwahnsinn jedoch geht wie eine Planierraupe weiter durch diese Stadt. Der längst überfällige Aufstand, der die geregelten Bahnen verlässt und gewaltsam gegen die kapitalistische Logik und deren Profiteure vorgeht, blieb aus. Der Wunsch nach der Zerstörung der Ordnung aber wächst in vielen von uns weiter.

Im vergangenen Jahr gab es bereits zwei Kiezdemos in Friedrichshain. Es kamen jeweils mehrere tausend Leute zusammen, die gemeinsam Zeichen der Unterstützung für aufständische Projekte setzten. Parallel dazu gab es kontinuierliche Angriffe gegen die Stadt der Reichen nicht nur in Berlin. Wir planen jetzt die dritte und vielleicht letzte geregelte Demonstration aus der Rigaer Straße. Alle, die für das Ausbrechen eines Aufstandes gegen die Politik und die Geldinteressen und für Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen wollen, rufen wir dazu auf, sich uns anzuschließen.

CG-Gruppe bekämpfen – Hotel-Neubauten platt machen

Seit einem Jahr gibt es Kundgebungen und andere Aktionen gegen die Neubauten in der Rigaer Straße zwischen Voigtstraße und Samartierstraße. Der Baubeginn der CG-Gruppe ist dadurch zwar ins Stocken geraten, doch gleichzeitig wurde der LIDL gegenüber platt gemacht und die Bauarbeiten für einen Hotel-Neubau haben unvermittelt begonnen. Jetzt wird klar, was dem Nordkiez blüht: aus dem Wohngebiet um die Rigaer Straße soll nun auch ein „lebendiger Kiez“ nach dem Vorbild der Simon-Dach-Straße werden. Wir sollen touristisch und kommerziell komplett-erschlossen werden. In diesem Plan sind wir nur Abfall.

Verjagen, platt machen, verhindern: das sind Wörter aus unseren schönsten Träumen. Aber wir haben keine andere Wahl. Wer in der Illusion lebt, wir könnten irgendeinen Mittelweg für Berlin finden, hat noch viel weniger alle Tassen im Schrank. Seien wir realistisch: wenn wir jetzt keine Waffen finden, die die Entwicklung stoppen können, dann verlieren wir wieder an Boden. Wir werden verstreut über die Stadt wohnen und uns über Gentrifizierung gar keine Gedanken mehr machen müssen, weil eh schon alles ausverkauft ist. Gefragt ist jetzt tatsächlich Kreativität, Risikobereitschaft und das Zusammenspiel militanter Aktionen und öffentlich arbeitenden Kiezinitiativen – noch mehr langweilige Latsch-Demos werden uns nicht weiterbringen.

Deswegen soll diese Demo eine Motivation für uns und andere sein, Leute wie Christoph Gröner von der CG-Gruppe, Bau- und Investorenfirmen und Institutionen wie die Polizei oder die Parteien praktisch zur Verantwortung zu ziehen.

G20 angreifen – Kiezkämpfe nach Hamburg tragen

Die Gentrifizierung und die Repression finden nicht isoliert von den weltweiten Kämpfen statt. Überall auf der Welt werden Menschen ihres Lebensraumes und ihrer kulturellen und sozialen Grundlagen beraubt. Sei es in Peru, Brasilien, in Frankreich oder in China, wo Menschen irrsinnigen Großprojekten unterworfen werden, in dem sie verjagt oder wie Ware verwertet werden. Da eine Miene, dort ein Großflughafen oder Olympia und hier eine ganze Stadt, die kapitalistischen Interessen ohne wenn und aber dienen sollen. Die Antworten auf Widerstand reichen von brutaler Repression bis hin zu Bestechung. Abgesehen von den Menschen wird die Natur und der gesamte Globus ein und dergleichen Verwertungslogik unterworfen.

Die 20 mächtigsten Staaten der Welt Treffen sich im Juli in Hamburg zum G20-Gipfel, um diese Logik zu perfektionieren. Früher waren Gipfeltreffen wie dieser auch immer Gipfel des Widerstandes. Dieses Jahr ist es wieder so weit: es bahnt sich ein Treffen all derjenigen an, die ihre Wut gegen die herrschende Ordnung gemeinsam auf die Straße tragen wollen. Wir wollen dabei nicht nur zusehen, sondern ordentlich mitmischen. Es gibt bereits Aufrufe, die Kiezkämpfe in die Elbmetropole zu tragen. Dieses Konzept ist schwer umsetzbar, da die meisten Menschen die Verbindung der Stadtteilkämpfe mit den weltweiten Kämpfen nicht praktisch werden lassen wollen.

Mit der Demonstration wollen wir dafür werben, dass diejenigen, die sich von der Stadtpolitik ausgebeutet und unterdrückt fühlen, auch nach Hamburg kommen und sich bereits im Vorfeld daran beteiligen, die Spannungen zu erhöhen.

Bedrohte Projekte verteidigen – dezentraler und massenhafter Widerstand bei TagX

So wie die Rigaer94 und die Rigaer[Straße] als Ganzes sind derzeit mehrere Berliner Projekte und Menschen davon bedroht, geräumt oder zerstört zu werden. Besonders der Neuköllner Kiezladen Friedel54 hat ein Potential entwickelt, hoffnungsvolle Akzente für den Widerstand zu setzen. Die Nutzer_innen des Ladens zahlen seit mehreren Monaten keine Miete, nachdem sie permanent von der Hausbesitzerfirma bedroht wurden. Jetzt droht die Räumung durch eben jene Politik, die sich permanent versucht als sozial darzustellen, aber seit Jahren eine gewaltsame Verdrängung betreibt.

Die Demonstration ist auch als strategisches Mittel geplant. Sollte es zu einer erneuten Eskalation durch Politik oder Polizei wie im vergangenen Jahr kommen, gibt es richtig Stress!

Egal ob Baubeginn bei der CG-Gruppe, Räumung der Rigaer 94 oder der Friedel: unsere Antwort ist eine Mischung aus Massenaktionen und dezentralen TagX-Aktionen.

Wenn unser Leben zerstört wird, dann gibt’s eben Trümmertango!

Interkiezionale Demonstration zur Aufkündigung des Friedens mit den Reichen und Mächtigen

22. April 2017 // 20 Uhr // Eldenaer Straße Ecke Proskauer Straße“

https://linksunten.indymedia.org/de/node/205336

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„[Berlin] Zweites Update zur Interkiezionalen Demonstration am 22.04.

Verfasst von: Rigaer Straßenplenum. Verfasst am: 09.04.2017 – 20:37. Datum: Samstag, 22. April 2017 – 20:00. …

Wir publizieren an dieser Stelle die Route … sowie aktuelle Infos zur Demonstration am 22.04.2017.

Zur Route: Start – Proskauer/ Eldenaer – Dolziger – Samariterstraße – Schreinerstraße – Voigtstraße – Rigaerstraße – Proskauerstraße – Niederbarnimstraße- Simon-Dach-Straße – Revalerstraße – Warschauerstraße – Falkensteinstraße – Görlitzer Park – Ohlauerstraße – Friedelstraße – Sonnenallee – Hermannplatz – Ende

In den letzten Wochen ist einiges passiert. Mobimaterial wurde berlinweit verteilt, geklebt und gesprüht. Der Kiez bereitet sich auf den 22.04. vor. Plakate zur Demo findet ihr unter anderem in den Buchhandlungen Schwarze Risse und der Schwankenden Weltkugel. Darüber hinaus machen dubiose Baufirmen erneut von sich reden und gingen in der letzten Woche zur Spionage mit Hilfe einer Drohne gegen Anwohner*innen der Rigaerstraße über. Zusätzlich hat die Präsenz der Bullen im Kiez, insbesondere in den Nächten, wieder deutlich zugenommen. Wie sich die Situation hier im Kiez weiterentwickelt, wird sich also in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Wir wünschen uns eine kraftvolle, entschlossene und lautstarke Demo, bei der auch Inhalte vermittelt werden sollen. Neben den Einflussmöglichkeiten der Bullen auf den Verlauf der Demo haben wir alle die Möglichkeit mit unserer Kreativität mitzumischen – ein Konzept ist nicht vorgeschrieben. Klar gibt es immer gute Gründe den Aufstand zu proben, im Moment schätzen wir aber die Lage so ein, dass es eine bunte Kiez-Demo gibt, die die drohende Faust Richtung CG-Gruppe, Berliner Politik und G20-Gipfel erhebt. Doch nicht erst einmal hat sich hier im Kiez die Stimmung von einem Moment zum Anderen um 180° gedreht. Wir müssen natürlich gemeinsam daran arbeiten, unser Potential auszubauen.

Wir rufen wiederholt alle, die gegen Verdrängung und Aufwertung kämpfen, sich in ihren Kiezen zusammentun und organisieren, dazu auf, sich an der Demo zu beteiligen und ein klares Bekenntnis für einen entschlossenen Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse zu zeigen. Stellen wir keine Forderungen an die Politik, sondern nehmen wir uns die Straße!

Und noch ein Hinweis: Wir halten daran fest, dass wir genau wie bei den Demos am 06.02.2016 und 09.07.2016 keine Fahnen von Parteien oder deren Jugendorganisationen sehen wollen! Das gleiche gilt für Nationalfahnen und Fahnen der SDAJ, MLPD, Arbeitermacht, RIO, REVOLUTION etc. Diese Demo ist wie unser Widerstand strikt außerparlamentarisch.“!

Quelle siehe: https://linksunten.indymedia.org/de/node/208946
Ankündigung siehe: https://linksunten.indymedia.org/de/node/205336
Andere Artikel siehe: https://linksunten.indymedia.org/de/node/207155

Mehr Aufrufe siehe:
Friedel – https://linksunten.indymedia.org/de/node/208890
Bewohner*innen – https://linksunten.indymedia.org/en/node/208439
Aktionsgruppe – https://linksunten.indymedia.org/en/node/208275
Straßenplenum – https://linksunten.indymedia.org/en/node/205336 (siehe oben)

Mehr Infos siehe: https://nordkiezlebt.noblogs.org/
Und siehe auch: http://mietenstoppfriedrichshain.blogsport.de/
http://mietenstopp.blogsport.de/
http://wirbleibenalle.org/

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Auch wir schließen uns dem Dagegen – gegen die Friedhofsruhe und den (unhaltbaren) Burgfrieden – an. Denn nur gemeinsam können wir es schaffen. Also, erhöhen wir die Schwungmasse: Seid LAUT, kreativ, solidarisch, ungehorsam, wachsam, wild, haltet zusammen. Und wenn Ihr am 22.4. in der Stadt seid, dann kommt, geht zur Demo und macht was los. Lasst uns tanzen.

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