Doku – Bilder & Redebeiträge 2018 « Musik Braucht Freiräume – MBF – Berlin – *www.mbf.space*

Doku – Bilder & Redebeiträge 2018






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Geredet haben bei MbF 2018:

* The Cram – MbF-Kollektiv (Moderation)
* Christof Fringeli – DatacidePraxis Records
* (Aktionsbündnis A100 stoppen!)
* Eine Delegierte des Nordkiezplenums Friedrichshain
* Ein Delegierter der ehem. Friedel Neukölln
* Eine Sprecherin der Anwohner_inneninitiative gegen das Carre-Sama-Riga Friedrichshain
* Ein Sprecher der #besetzen Aktionsgruppe (https://besetzen.noblogs.org/)

Gespräche und Diskussionen am Rande und Mittendrin gab es u.a. mit:
* Floßmenschen, Hausbootbewohner*innen
* Anwohner*innen, Nachbar*innen (Hauptstraße)
* Passant*innen, Spaziergänger*innen
* Wagenplatzbewohner*innen
* Zeltbewohner*innen, Reisende, „fahrendes Volk“

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Schickt uns Eure Redebeiträge als Text oder Textdatei, per Mail oder Jabber/XMPP.

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Unsere Eröffnungsansprache 2018:

„Hallo!
Wir sind: MUSIK BRAUCHT FREIRÄUME – MBF

Uns gibt es seit 2010 als freien Zusammenschluß und selbstorganisiertes Kollektiv, einen bunten Haufen Menschen, politisch Aktiver, Kulturschaffender, freischaffender Künstler*innen, Selbstständiger, Arbeiter*innen, freier Musiker*innen, Graphiker*innen, Visualisierer*innen, Gestalter*innen, Discjockeys (DJ*s und DJanes), Verleger*innen, Autor*innen, Handwerker*innen und Sozialpädagog*innen, wie Sozialarbeiter*innen.

Wir sind heute hier, weil uns der Ort so gut gefällt, d.h. gefiel und wir seine Veränderung mit Schrecken beobachtet haben. Für uns war dieser Teil der Bucht so etwas wie ein Teil des Kiezes, ein Teil unseres Zuhauses, ein Teil der Orte die wir gern haben, zu denen wir gern kamen, zum Verweilen, Plaudern, Chillen, Pläne schmieden, glücklich sein.
Nun wird es hier wie überall anders werden. Anders, das müsste nicht immer gleich schlimm sein und was hier geplant ist, mag so manchen guten und lehrreichen Zweck haben (können). Schön ist z.B. das hier in der Gegend eine alte Knastanlage für etwas positives, wie das Wohnen, genutzt wird.
Es ist aber schon anders in dem negativen Sinne geworden, daß es hier nicht mehr so nett wildromantisch und frei ist.
Ein großer Teil des Ufers wurde bereits sichtbar begradigt und einbetoniert, andere folgten rasch, auf allen Seiten. Mit dem Beton kamen die Sanierungen und die Neubauten. Bald werden auch die alte Hauptstraße am Ostkreuz und der Eingang zur Stralauer Halbinsel nicht mehr wiederzuerkennen sein, so wie der Bahnhof Ostkreuz und die Gleisanlagen und zwar so, daß es keinen solchen Spaß mehr macht hier an einem schönen lauen Sommerabend hierhin zu kommen und einfach nur mal so spazieren zu gehen ohne den schalen Beigeschmack von Ordnungs- und Bebauungswahn dabei zu haben.
Das wäre aber alles noch nicht so schrecklich schlimm, wenn damit nicht seit Anfang an die Mietpreissteigerungen einhergehen würden, die das Leben hier für viele Menschen, wenn nicht gar die meisten, vorher hier lebenden, unmöglich machen und an den Stadtrand oder in Wohnsilos (manche sagen sogar „Wohnklos“) mit schlechter Isolation und dünnen Wänden verdrängen.

Insbesondere für Künstler*innen und freie Kulturschaffende ist das besonders hart. Denn als Künstler*in will Mensch sich eigentlich keinem Markt unterworfen sehen. Darum tuen sich die meisten auch so schwer damit sich zu vermarkten, sprich zu verkaufen.

Berlin verliert mit der zunehmenden Gentrifikation zusehends seinen zwischenzeitlichen jung-alten Charme, den es im Westen seit den 1970ern bekam und der sich im wilden Osten in den 1980ern ebenfalls zu entwickeln begann und in den 1990ern vollends herüberschwappte. Die Gentrifizierungswelle hat das nun nach und nach abgeräumt. Darum können wir es nur immer wieder betonen: Es gibt keine „Politik“ auf die Ihr Euch verlassen könnt, außer Eure EIGENE. Darum: Stellt EUREN eigenen selbstorganisierten Widerstand dagegen. Wie auch immer – kreativ – der aussehen mag. Just do it.

Wir erteilen deswegen hiermit erneut dem Kommerz, dem Kapitalismus und der Gentrifizierung sowie der Vereinnahmung der „Fete de la Musique“ durch (den Staat und) die Gesellschaft des Kapitals, eine symbolische Absage und lassen an diesem Tag die Musik, lauter und deutlicher als wir es allein können, gemeinsam, mit für uns sprechen.

There’s no good system, only soundsystem.

So, let’s go!“

Achjah, patriotischer bis nationalistischer Blödsinn, wie eine sog. Fußball-Weltmeisterschaft oder anderer Quatsch, Brot und Spiele haben uns noch nie sonderlich interessiert.

Die Revolution ist wunderbar, alles andere ist Quark.

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