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Demobericht vom 18.10.2018 – Rummelsburger Bucht

Bericht von der Demo gegen den geplanten „Wasserpark“, zur Rettung der Rummelsburger Bucht Berlin Lichtenberg/Friedrichshain/Ostkreuz:

„Demo gegen Ostkreuz-Pläne
Aktionsbündnis kritisiert Wasserpark und andere Vorhaben in der Rummelsburger Bucht

https://media04.berliner-woche.de/article/2018/10/23/1/225431_XL.jpg?1541601136

Mehrere Bezirksverordnete schafften es nicht pünktlich zu ihrer jüngsten Sitzung am 18. Oktober. Grund war eine Demonstration, die den Verkehr in den Straßen rund um die Max-Taut-Aula am Nöldnerplatz für Stunden nahezu lahm legte. […]

Die Veranstalter[*innen] sprachen von 1.700 Teilnehmer[*inne]n, […] die am Nachmittag des 18. Oktober im Tross vom Markgrafendamm zur Max-Taut-Aula zogen – dem Tagungsort der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in der Fischerstraße.

Zum öffentlichen Protest vor der Sitzung des Bezirksparlaments aufgerufen hatte ein Aktionsbündnis aus Friedrichshainer und Lichtenberger Initiativen. Unter dem Motto „Rummelsburger Bucht für Alle!“ lehnt es die aktuellen Pläne für das Areal am Ostkreuz ab und fordert von der Lichtenberger BVV ein Nein zum entsprechenden Bebauungsplan. Das Bezirksamt Lichtenberg wollte ein positives Votum dazu eigentlich noch in diesem Jahr unter Dach und Fach wissen – immerhin zieht sich das Verfahren seit 26 Jahren hin.

Nur eine Touristenattraktion

Die Kritik während der anschließenden Kundgebung hatte mehrere Adressat[*inn]en. Sie zielte auf die privaten Investoren ab, auf „arrogante Politiker“ und die „Stadtentwicklung von oben“. Vor allem am Projekt Wasserpark ließen die Gegner[*innen] kein gutes Haar. Diese neue Tourist[*inn]enattraktion will das Unternehmen Coral World Berlin für rund 40 Millionen Euro zwischen dem Bahnhof Ostkreuz und dem Paul- und Paula-Ufer errichten. Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag mit dem Bezirksamt Lichtenberg wurde schon im vergangenen September abgeschlossen. Parklandschaft samt Aquarium und Hotel sollen eine halbe Million Besucher[*innen] pro Jahr empfangen.

Die Lichtenberger Bündnisgrünen hatten sich schon beim Vertragsabschluss gegen das Coral-World-Projekt ausgesprochen. Sie monierten den Zeitpunkt der Unterzeichnung – lange vor dem BVV-Beschluss zum Bebauungsplan Ostkreuz. Auch die Gesamtkonzeption für das geplante Stadtquartier konnte und kann bei den Grünen nicht punkten. Sie fordern mehr bezahlbare Miet- statt Eigentumswohnungen, den Erhalt der Stadtnatur und Investitionen in Schulen statt in Tourismusangebote.

[…]

5000 Gegner

Florian Hackenberger, Mitorganisator und Sprecher der Demonstration am 18. Oktober, durfte an diesem Tag als einer der wenigen aus dem Protestzug die Max-Taut-Aula betreten. Er hatte sich für die Einwohner[*innen]fragestunde angemeldet und nutzte die Chance, um den Fraktionen eine Petition mit mehr als 5000 Unterschriften zu überreichen. Darin fordern die Initiator[*inn]en ein neues Nutzungskonzept für die Rummelsburger Bucht, mehr Partizipation und die Rückabwicklung der Verträge mit den Investor[*inn]en. Hackenberger kündigte weitere Protestaktionen an, für den Fall, dass die Lichtenberger BVV bei ihrer zustimmenden Haltung zum Bebauungsplan bleibt.“

Text- & Bild-Quelle: https://www.berliner-woche.de/rummelsburg/c-bauen/aktionsbuendnis-kritisiert-wasserpark-und-andere-vorhaben-in-der-rummelsburger-bucht_a186032
Erschienen in der Berliner Woche (lokale Wochenzeitung).
Autorin: Berit Müller aus Berlin Lichtenberg, Artikel vom 25. Oktober 2018, 12:00 Uhr.