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Archiv für August 2019

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23. Fuckparade 2019


Quelle: https://www.industrieterror.org/flyer/fupa2019-2a.jpg

Nazifrei & Krach dabei ! Die Fuckparade 2k19 – das ist der Protest gegen eine Berliner Stadtpolitik, die Verdrängung von gewachsenen (Sub-)Kulturen zugunsten von Gewinnstreben und Prestigedenken nach sich zieht.

Wir tanzen auf der Straße, weil unsere Clubs, unsere alternative Musik- und Subkultur vernichtet wird. Finanzielle Interessen stellen sich über die gewachsenen Strukturen vor Ort. Immobilienspekulation – hemmungslos und unethisch. Das bedeutet, dass innerstädtische Kulturaktivitäten, Spielstätten und Kristallisationspunkte verdrängt werden. Und noch mehr gesichtslose Hotel- und Bürokomplexe, die häufig leer stehen.

Entlang der Route könnt Ihr Euch anschauen, was das im Einzelfall bedeutet:
Syndikat: Ende Legende? Nach 33 Jahren soll die Kiezkneipe verschwinden. Das ist nicht hinnehmbar. Der Kampf des Kollektivs äußert sich zur Zeit durch Verweigerung der Schlüsselübergabe und Weitermachen! Der Eigentümer hat den Betreiber*innen Ende 2018 gekündigt. Auf Gesprächsangebote seitens des Kollektivs gab es keine Rückmeldung.

Friedel54: Im Sommer 2017 ist der Kiezladen geräumt wurden. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Polizei mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit bewusst Stimmung gegen Demonstrant*innen inszeniert. Der weithin bekannte Türknauf, der niemals Strom führte, wurde noch Stunden, ja Tage nach dieser Erkenntnis als „Lebensgefahr für unsere Kollegen“ dargestellt. Räumungen und Lügen – mehr ist von Politik und Polizei nicht zu erwarten.

Meuterei: Ende Mai 2019 verweigerte das Kneipenkollektiv die Aushändigung ihrer Schlüssel an den Eigentümer Nenadic. Trotz Interesse des Kollektives, die Räumlichkeiten zu kaufen, waren die zuletzt angebotenen 650.000 Euro für die unsanierte Gewerbenutzfläche inakzeptabel. Die Meuterei bleibt ein Ort des Austausches – ob mit oder ohne gültigem Mietvertrag! Das Kollektiv reiht sich solidarisch und entschlossen in den Kampf gegen Verdrängung ein. Es wird keine Beute mit der Meute geben!

RAW Gelände: 2015 hat die Kurth-Gruppe mehr als zwei Drittel des RAW-Geländes gekauft. Es ist abzusehen, dass der offene und lebendige Charakter des RAW nach und nach verschwinden wird. Selbst der Erhalt des Soziokulturellen L ist nicht gesichert. Die L-förmige Fläche beheimatet soziale Projekte, Bars, das Cassiopeia, den Kletterturm und die Skaterhalle. Die meisten Mietverträge laufen Ende 2019 aus. Die Mieter*innen können so weder planen noch nachhaltig investieren.

Liebig34: Ende 2018 ist der Pachtvertrag mit dem Immobilienspekulanten Padovicz, dem in Berlin mehr als 2.000 Objekte gehören, ausgelaufen. Jegliche Form von Kommunikation verlief ergebnislos. Auch der Bezirk und die Politik stellen sich einer Räumung nicht in den Weg. Im juristischen Schwebezustand bleiben der Liebig34 voraussichtlich noch ein paar Monate und dann wird das nächste emanzipatorische Projekt am Dorfplatz verschwinden. Eine weitere gewinnbringende Immobilie für den Spekulanten oder ein Schutzraum gegen die Zumutungen des Patriarchats und des Kapitalismus für die Bewohner*innen? Wir wissen auf welcher Seite wir stehen!

Mainzer Straße: Sag niemals nie – Die Räumung der Mainzer Straße im November 1990 verbunden mit einem der massivsten Polizeieinsätze, den die Stadt jemals gesehen hat, zeigte mehr als deutlich, wessen Interessen vom Senat vertreten werden. Daran hat sich bis heute und auch unter der neuen rot-rot-grünen Koalition nichts geändert. Warum denn auch? Schließlich war ja auch damals ein rot-grünes Bündnis im Amt.

Rummelsburger Bucht: Und schon wieder Padovicz. Auch hier mischt der Investor kräftig mit. Streletzki, Padovicz, Coral World Berlin, Investa Development und HOWOGE. Allen wollen etwas abhaben von den lukrativen Flächen mit Zugang zum Wasser und zum Bahnhof Ostkreuz. Ein feuchter Traum eines jeden Spekulanten – die Stadt als Beute. Der von der Lichtenberger BVV durchgewunkene Bebauungsplan bedeutet nun Zwangsräumungen, Bau von Luxuswohnungen und überflüssigem Erlebnisaquarium („Coral World“). Das Ganze zum Schluss noch als sozialverträgliche Umstrukturierung zu verkaufen, indem einige Wohnungen preisgebunden sind, ist mehr als geschmacklos.

Begleitend zu dieser Politik der Verwertung um jeden Preis kommen Verdrängungsprozesse von sozial schwachen Bevölkerungsgruppen durch eine Politik der Wohneigentumsförderung, die gleich auch noch die ohnehin zusammengeschrumpfte Anzahl an alternativen Wohn- und Lebensentwürfen eliminiert. Heute sind es keine besetzten Häuser, sondern Wohnprojekte mit legalem Mieterstatus, die den Kapitalmaximierungsinteressen zahlreicher Eigentümer im Wege sind. Durch falsche bzw. fadenscheinige Begründung der Eigentümer wird massiver Polizeieinsatz und die Verwendung horrender Summen aus Steuermitteln gerechtfertigt – mit dem Ergebnis, dass die so entmieteten Wohnungen wieder leer und ungenutzt auf die versprochenen Investitionen warten. Die Demonstration solidarisiert sich mit den von Verdrängung und Entmietung betroffenen bzw. bedrohten Haus- und Wohnprojekten. Sie fordert die Unterstützung pluralistischer Lebensentwürfe durch Politik und Behörden, eine lebendige Durchmischung der Kieze in Lebensform, Einkommensverhältnissen und sozialen Millieus. Sie fordert außerdem ein Umdenken in der Wohnungspolitik, die derzeit nicht zuletzt durch die Maxime einer Steigerung der Wohneigentumsquote auf eine ausnahmslose Verdrängung sozial schwacher Bevölkerungsschichten und alternativer Wohnformen aus der Innenstadt hinaus läuft.

Darum demonstrieren wir!
• Gegen die Kommerzialisierung des Techno
• Gegen die Schließung von Clubs, Bars und Kiezläden
• Gegen den Ausverkauf der Stadt
• Gegen Nazis

Rassistisches und sexistisches Gehabe vor, während oder nach der Fuckparade ist inakzeptabel. Nazis, Fachos, Populisten, religiöse Fundamentalisten und rechte Politikspinner sind auf der Fuckparade nicht willkommen. Passt auf Euch auf und sprecht bei Vorfällen andere um Euch herum oder die Wagenmacher*innen an. Antifa bleibt Handarbeit!“

Quelle: Aufruf zur Fuckparade 2019
Vgl.: https://stressfaktor.squat.net/termine.php
Oder: https://www.facebook.com/events/2335636283422253/

+++

Offizielle Aftershowparty der Fuckparade 2019 im Kili am Wiesenweg

Quelle: https://kulturhauskili.files.wordpress.com/2018/11/69390209_623182434876255_797495527590592512_n.jpg?w=768&h=542

„00h

The official fuckparade 2k19 After Party
will take place at Kulturhaus Kili on 3 Floors.

When there are stil enough people after 11 a.m. on Sunday the Party can go longer than 11 a.m. on the Mainfloor.

Entry: 10,00€

Complete Line Up:

Mainfloor:
HARDCORE/ GABBA/ FRENCHCORE

Marc Noize
Trauma XP
Oblivion Underground Krew
(Joe ET, Deathmachine, Dolphin, Tripped & Penta)
Danytribe a k.a. Alarma Ravers
Lamagra
Anyskillz
Acriter
Loki Lonestar
To-Wa b2b Dams
TMT

Barfloor:
SPEEDCORE/ BREAKCORE/ DRUM N BASS/ EXPERIMENTAL

DJ Boxbeat
Electronic Ego
SoaK
Dr. Nexus
The Massacre
Jocer Core
Steve Bayard feat. MC Loki Lonestar
Das Programm
Friz PL
CrapCilla
Tamat

Garage:
TEKNO/ HARDTEK/ TRIBE:

HURE
Johnny High5
OdS #23
RHZ
Anemic Vulgarius
DJ Willo
IDA
Beatxo“

Siehe: https://kulturhauskili.net/
Oder: https://www.facebook.com/events/1461266424046172/

Veranstalter*innen der FuPa 2019: https://www.industrieterror.org/

Siehe auch: https://www.residentadvisor.net/events/1303440
Vgl.: https://allevents.in/berlin/official-fuckparade-2k19-after-party/200017879519008#

7.9. Tanzdemo: Wem gehört die Stadt?

„Tanzdemo: Wem gehört die Stadt?

7. September @ 15:00 – 21:00

[Aufruftext:]

Berlin muss ein Ort für alle bleiben. Ein Ort, an dem es nicht auf deine Herkunft, deinen Geldbeutel oder dein Geschlecht ankommt, weil jede*r seinen Platz findet. Eine Stadt, in der verschiedenste Lebensentwürfe nebeneinander existieren, sich begegnen und erprobt werden können. Doch diese Freiheit droht in einem Dickicht aus Shoppingmalls und Luxuswohnungen zu ersticken. Freiräume, in denen wir ohne wirtschaftliches Interesse zusammenkommen können, verschwinden schrittweise. Gegen die Interessen der wenigen für eine Stadt der Vielen wollen wir deshalb auf die Straße gehen.

Berlin braucht Orte wie den Hafen Berlin, Potse Berlin/SJZ Drugstore, das „Rockhaus“ oder den „Mauerpark“, an denen ein respektvolles, offenes und gemeinschaftliches Leben möglich ist. Das macht unsere Stadt aus. Der Mietenwahnsinn und die Verdrängungswelle ziehen sich durch alle Bezirke und bedrohen Klubs, Kultureinrichtungen, Musikschulen genauso wie kleine Läden, Kiezinitiativen und Kneipen.

Diese Entwicklung macht uns wütend und wir werden dem nicht tatenlos zusehen. Einem sich stetig verstärkenden Konkurrenzkampf setzen wir die Vision der solidarischen Stadt entgegen. Für eine Stadt und Kultur für Alle!

Ein existenzsichernder Mindestlohn, die Garantie einen sicheren Job auszuüben und Rahmenbedingungen, die es auch Kulturschaffenden ermöglichen die Stadt mitzugestalten, sind unser Ziel! „Free Open Air Spaces“ und andere Initiativen müssen in unserer Stadt Platz haben und unbürokratisch für alle zugänglich sein – egal, ob sie klein oder groß, spontan oder geplant, gut vernetzt oder neu sind. Die Stadt ist nicht nur zum Wohnen sondern auch zum Leben da! Dafür braucht es allerdings genug offene und kostenfrei zugängliche Grünflächen.

Wir feiern und kämpfen gegen eine Verwertungslogik, die unsere Lebensräume bedroht, unsere Umwelt zerstört und Menschen aus ihrem sozialen Umfeld verdrängt. *[…] Gentrifizierung ist [kapitalistische Profitmaximierung]*. Deshalb unterstützen wir das Volksbegehren Deutsche Wohnen & Co Enteignen, denn die Häuser sollen denen gehören, die in ihnen wohnen.

Mensch ist Mensch und braucht Lebens- und Entfaltungsraum. Die Polarisierung unserer Stadt ist ein Symptom der sozialen Spaltung, die unsere Gesellschaft bedroht. Wir lassen uns in unseren Kämpfen aber nicht spalten! Wir zeigen wie divers, bunt und klassenlos eine Stadt sein kann. Wir stehen und feiern zusammen gegen einen gesellschaftlichen Rollback, gegen Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Homophobie und für eine #unteilbar(e)Stadt.

Dafür gehen wir am 7. September auf die Straße. Mit bretternden Bässen, ballernder Solidarität und einer Botschaft, die den Hass wegbläst. Bassen statt hassen, gemeinsam, vereint. Lasst uns diskutieren, vernetzen und austauschen, zusammen feiern, streiten und gestalten. Politik findet nicht nur in Parlamenten statt, sondern auch auf der Straße. Die Stadt ist, was wir daraus machen.

Holen wir uns Berlin zurück!

Diese Demo wird unterstützt von (Achtung, das sind nicht unbedingt auch die Wagen):

STAUB; Ismus; KitKatClub (Official) ; Mystic Rose / Mystic Friday; Sage Club; Club GRETCHEN; SYNOID; DIE LINKE. Berlin; TKNOBIKE Berlin; Berlina für Techno

[Siehe FB-event:] https://www.facebook.com/events/330518647659764/ “

Quelle: https://www.bizim-kiez.de/event/tanzdemo-wem-gehoert-die-stadt-2/

Hosted by: Kollektiv Kirsch

„SEP 7
Tanzdemo: Wem gehört die Stadt?
Public · Event · by Kollektiv Kirsch and 9 others“

„Saturday, September 7, 2019 at 3:00 PM – 9:00 PM UTC+02
U-Bahnhof Eberswalder Straße
Eberswalder Straße, 10437 Berlin, Germany“

Vgl.: facebook.com/events/330518647659764

Polizeigewalt überschattet Fete 2019 in Frankreich

„Polizeigewalt

Hartes Vorgehen der Polizei sorgt auch in Frankreich für Debatten

31. Juli 2019

In Frankreich hat der Tod eines 24-Jährigen eine Debatte um Polizeigewalt ausgelöst.

Am Montag war die Leiche von Steve Canico in der Loire gefunden worden. Er war wochenlang vermisst gewesen, seit die Polizei ein Techno-Festival in Nantes aufgelöst hatte. Teilnehmer[*innen] hatten ausgesagt, dass die Polizisten extrem hart gegen die Besucher[*innen] de[r] „Fete de la Musique“ vorgegangen seien. Sie hätten sie mit Gummiknüppeln auseinandergetrieben, Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt. In dem Chaos stürzten damals 14 Menschen in die Loire. Die französische Zeitung „Le Monde“ zitierte Polizisten, die angaben, selbst angegriffen worden zu sein und nur reagiert zu haben. Laut einem ersten Polizeibericht gab es keinen Zusammenhang zwischen dem Eingreifen der Polizei und dem Verschwinden des jungen Mannes. Hintergrund für den Polizeieinsatz war Ruhestörung.

Der Vorfall sorgte in Frankreich für Bestürzung und Entsetzen. Innenminister Christophe Castaner leitete eine Untersuchung ein. Die Kontrollbehörde der französischen Polizei wurde angewiesen, den Vorfall zu prüfen. Ministerpräsident Édouard Philippe versprach, dass die ganze Wahrheit mithilfe der Justiz ans Licht kommen werde.

Debatte auch in Deutschland

In Deutschland werfen Teilnehmer[*innen] einer Demonstration gegen Rechtsextreme in Kassel der Polizei ebenfalls vor, übertrieben hart eine Sitzblockade aufgelöst zu haben. Auf im Internet geteilten Videos ist zu sehen, wie Beamte mit Pfefferspray auf die Teilnehmer[*innen] zielen und sie dann wegtragen. Auf eine Frau wird offensichtlich mehrfach eingeschlagen. 13 Demonstrant[*inn]en gaben danach an, verletzt worden zu sein.
[…]

Umfrage: mehr rechtswidrige Übergriffe durch Polizisten als angezeigt
[…]
Nach Auswertungen der Universität Bochum gibt es jährlich mindestens 12.000 mutmaßlich rechtswidrige Übergriffe durch Polizeibeamte – und damit fünfmal mehr als angezeigt.“

Quelle, aus: DRadio, Die Nachrichten; https://www.deutschlandfunk.de/polizeigewalt-hartes-vorgehen-der-polizei-sorgt-auch-in.1939.de.html?drn:news_id=1033610