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23.06.2020: Verbot von sog. „Tanzlustbarkeiten“ in Berlin

Laut Pressemitteilung (PM) und Beschluß vom 23.06.2020 hat der Senat von Berlin sog. „Tanzlustbarkeiten“ und „Tanzveranstaltungen“ verboten…
Quelle, vgl.: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.949728.php .

Weil tanzen und Musik zusammengehören wie Töne und Melodien, mischen wir uns hiermit in die öffentliche Debatte ein und protestieren entschieden dagegen.
Denn unserer Ansicht nach können bei Veranstaltungen, insbesondere bei Open-Air-Veranstaltungen – also auch wie bei sonstigen Versammlungen unter freiem Himmel – der Mindestabstand von 1,5m und mehr sowie die Hygienestandards locker eingehalten werden.

Politische Versammlungen sind nunmehr erlaubt.

Zitat: „Senat beschließt SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung
Pressemitteilung vom 23.06.2020
Aus der Sitzung des Senats am 23. Juni 2020:
Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung die SARS-CoV-2-Infektionsschutz-verordnung beschlossen.
Die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung löst die SARS-CoV-2-Eindämmungs-maßnahmenverordnung ab.
[…]

Die wichtigsten Punkte der neuen Verordnung:
[…]

Personenobergrenzen bei Veranstaltungen:
Veranstaltungen im Freien mit mehr als 1.000 Personen sind weiterhin bis einschließlich 31. August verboten. Vom 1. September bis zum Ablauf des 24. Oktober sind Veranstaltungen im Freien weiterhin mit mehr als 5.000 Personen verboten.
In geschlossenen Räumen gilt folgendes Stufenmodell: bis einschließlich 31. Juli sind Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen verboten. Vom 1. August bis 31. August sind Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen verboten. Vom 1. September bis Ablauf des 30. September sind Veranstaltungen mit mehr als 750 Personen verboten. Vom 1. Oktober bis zum Ablauf des 24. Oktober sind Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen verboten.
Private und familiäre Veranstaltungen dürfen künftig mit denselben Personenobergrenzen stattfinden, also z.B. bis Ende Juli mit bis zu 300 Personen.

Verbote:
Tanzlustbarkeiten, Tanzveranstaltungen und ähnliches, Saunen, Dampfbäder und ähnliches, die Erbringung sexueller Dienstleistungen mit Körperkontakt sind untersagt.

Bußgelder:
Ordnungswidrig im Sinne der Verordnung und des Infektionsschutzgesetzes ist es grundsätzlich, wenn die Vorgaben für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht eingehalten werden. Hier kann in allen Anwendungsbereichen ein Bußgeld zwischen 50 und 500 € fällig werden, auch im ÖPNV.“

Quelle: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.949728.php
Abgerufen am 24.06.2020

Es verwundert uns doch sehr, daß nun auf einmal Verbote folgen, obwohl die vorherigen Maßnahmen doch zu wirken und als ausreichend erschienen.
Unserer Meinung nach sind Verbote – aus Erfahrung (empirisch nachweisbar und statistisch belegt) – prinzipiell nicht sonderlich zweckdienlich, nicht nützlich oder bewirken – in der Folge einer häufig reflexhaften Gegenreaktion – eher nur das Gegenteil.
Generell sowie – aus vielerlei Gründen – frustrierten und größtenteils sozial benachteiligten Menschen das Tanzen und den Spaß sowie damit einhergehend die Erholung und ihren freien kulturellen Ausdruck zu verbieten halten wir für besonders schädlich und nicht förderlich für jegliche gute Sache.
Vorgeblich gut gemeint oder gut gedacht ist nicht, immer gleich, gut gemacht. Das sollten Politiker*innen bestens wissen.

Wir können daher nur dazu raten sich frei, in den erlaubten Bereichen und im Bereich des Erlaubten, zu versammeln, Musik dabei zu haben und es sich nett zu machen, im Park, auf der grünen Wiese oder anderswo und anderswie.
Selbstverständlich, mit Achtsamkeit und Respekt, unter gemeinsamer Rücksichtnahme auf sich und andere.
Tragt Masken, haltet Abstand, seid nett zueinander. Bleibt gesund, haltet euch fit.
Organisiert Solidarität.

Siehe auch: https://www.berlin.de/corona
https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/
https://www.berlin.de/corona/massnahmen/ …