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Archiv für Oktober 2020

Soziologie der Corona-Krise

„Soziolog[:inn]en stellen erste Forschungsergebnisse zu den Folgen der Corona-Krise vor“

Siehe: https://www.berliner-woche.de/mitte/c-soziales/soziologen-stellen-erste-forschungsergebnisse-zu-den-folgen-der-corona-krise-vor_a286459

„Wissenschaftler[:innen] der Humboldt-Universität (HU) und Technischen Universität (TU) haben erste Ergebnisse zu den sozialen Folgen der Corona-Pandemie vorgestellt. Die Onlineumfrage „Städtisches Leben während Corona“ läuft noch bis Ende September.

Kneipe statt Kaufhaus – das ist ein Ergebnis der noch laufenden Sozialstudie zu den Corona-Folgen in Berlin. Die Menschen haben während des Corona-Lockdowns am meisten darunter gelitten, dass Clubs und Bars geschlossen waren – genauso wie Fitnessstudios und Sportvereine. Auf Shoppingerlebnisse konnten sie gut verzichten. Es sind die Orte in der Nachbarschaft, die wichtig sind. „Die Menschen sehnten sich während der Corona-Schließungen gerade nach den Orten, an denen sie normalerweise sowohl Bekannte wiedersehen als auch mit Fremden ins Gespräch kommen. Wir brauchen diese Orte für unser Leben, und die Stadt braucht sie für ihren Zusammenhalt“, sagt Soziologie-Professorin Talja Blokland. „Es wäre völlig falsch, Sportvereine, Fußballstadien oder Tanzclubs für Orte überflüssigen Vergnügens zu halten“, zieht die Chefin des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung an der HU ein Zwischenfazit.

Bisher haben über 2000 Menschen an der Onlineumfrage „Städtisches Leben während Corona“ teilgenommen. Bis zum 30. September können Berliner und Menschen aus dem Umland ab 18 Jahren noch die Fragen beantworten. Die anonymisierte Umfrage dauert etwa 30 Minuten. Die Wissenschaftler haben die Fragebögen auch an per Zufall ausgewählte Haushalte verschickt. „Die Befragung soll dabei helfen zu verstehen, wie die Berliner in dieser Situation zurechtkommen“, heißt es auf der Projektseite. Es gehe darum, die „sozialen Folgen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen politischen Maßnahmen besser zu verstehen“. Die Corona-Studie ist Teil des Forschungsprojektes „Die Welt in meiner Straße“, das bis Dezember 2021 durchgeführt wird. Dabei geht es um Ressourcen und Netzwerke von Stadtbewohner. Die Wissenschaftler untersuchen Nachbarschaften und wie sich Beziehungen auch durch gesteigerte Mobilität verändern.

Interessant an den Zwischenergebnissen der Corona-Studie ist auch folgendes Detail. Wie das Team um Talja Blokland herausgefunden hat, war das Fußball-Aus besonders schlimm für die Fans des 1. FC Union. Die „Eisernen“ vermissen die Spiele in ihrer Alten Försterei besonders stark. „Unioner tun sich deutlich schwerer mit dem Verlust der Stadionbesuche als die Herthaner“, heißt es.

Mehr zur Studie erfährt man im Internet auf www2.hu-berlin.de/corona-stadt.“

Quelle: https://www.berliner-woche.de/mitte/c-soziales/soziologen-stellen-erste-forschungsergebnisse-zu-den-folgen-der-corona-krise-vor_a286459
Abgerufen am: 12.10.2020

„Soziologin kritisiert Politik und spricht Klartext: „Es kommt rüber, als wären…“

11.10.2020 – 13:14″

Siehe: https://www.hna.de/politik/corona-coronavirus-soziologin-attackiert-politik-bars-kneipen-clubs-berlin-hna-zr-90066585.html

„Wegen Corona: In Berlin gilt seit Samstag (10.10.2020) die Sperrstunde. Eine Soziologin kritisiert den politischen Schritt.

◦Seit Samstag (10.10.2020) gilt in Berlin eine Sperrstunde.
◦Der Grund ist die Corona-Krise.
◦Eine Soziologin kritisiert den Schritt.

Berlin verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Regeln. In Deutschlands Hauptstadt gelten seit Samstag (10.10.2020) wieder strengere Vorgaben. Die neue Corona-Verordnung in Berlin regelt unter anderem die erlaubte Anzahl von Menschen auf privaten Feiern. Aber auch Restaurants und Kneipen sind von den Regeln betroffen. Die Inhaber müssen ihre Läden nun zwischen 23 und 6 Uhr schließen.

Soziologin kritisiert Corona-Sperrstunde in Berlin

Die Soziologin Talja Blokland sieht die Corona-Sperrstunde in Berlin sehr kritisch. Nach ihrer Meinung unterschätzt die Politik die Bedeutung von Kneipen für das gesellschaftliche Zusammenleben. „Es kommt rüber, als wären Bars und Cafés zum Feiern da und nichts Notwendiges“, erklärt Blokland gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Soziologin ist Professorin am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität in Berlin.

Wenn man sich frage, wie man lerne, wie man von einer Jobmöglichkeit erfahre oder politisch etwas höre, was anders als zu Hause sei, dann passiere das dort, wo man neue Menschen treffe. „Für das soziale Gefüge der Stadt sind das wichtige Orte“, so die Berliner Soziologin. Daher leide das gesellschaftliche Zusammenleben unter den verschärften Corona-Regeln in Berlin.

Corona in Berlin: Sperrstunde könne sich auf das Sicherheitsgefühl auswirken

Laut Blokland kann sich die Corona-Sperrstunde auch auf das Sicherheitsgefühl der Menschen in Berlin auswirken. „Wir brauchen volle U-Bahnhöfe, um abends das Gefühl zu haben, sicher nach Hause zu kommen“, sagt die Berliner Professorin. Wenn Berlin um 23 Uhr zumache, sei das nicht mehr gegeben.

Die Sperrstunde in Berlin mache manchen Menschen laut Blokland nichts aus. Diese Gruppe sei in der Nacht draußen aber eh nicht unterwegs. Die beschlossene Corona-Verordnung treffe beispielsweise Menschen, die nachts ihr Geld verdienen müssten – wie Restaurantbetreiber, Taxifahrer und Tellerwäscher.

Sperrstunde in Berlin: Studie erforscht Einschränkungen wegen Corona

Blokland hinterfragt, ob Partys tatsächlich ein Grund für die steigenden Infektionszahlen seien. „Das braucht in der Öffentlichkeit klare Belege“. Diese fordert die Berliner Wissenschaftlerin nun von der Politik. Mit einer aktuell noch laufenden Umfrage will ihre Universität erforschen, was die Menschen während der Pandemie vermissen und wie sich Einschränkungen auf das Vertrauen in Behörden und Politik auswirken. (Jan Wendt mit dpa)“

Quelle: https://www.hna.de/politik/corona-coronavirus-soziologin-attackiert-politik-bars-kneipen-clubs-berlin-hna-zr-90066585.html
Abgerufen am: 12.10.2020

Siehe auch:

„Kultur in der Corona-Krise – Die Freude über alles, was irgendwie geht“
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-pandemie-kultur-kunst-100.html

„Kultur in der Corona-Krise: „Auch Kunst ist Systemrelevant“"
https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-kultur-theater-101.html

„Coronavirus: Kulturschaffende vor existenziellen Sorgen“
https://www.dw.com/de/coronavirus-kulturschaffende-vor-existenziellen-sorgen/a-52743417

„Corona-Soforthilfen für Kulturschaffende: Leider nicht für alle“
https://www.mdr.de/kultur/soforthilfen-kulturschaffende-100.html

Außerdem empfehlen wir mal die „heute-show“ vom 09.10.2020, mit:
„Oliver Welke berichtet über Trumps Corona-Infektion, Ungerechtigkeiten bei Corona-Hilfen, Menschen im Abseits, den Maut-Untersuchungsausschuss und Kulturkampf auf der Straße.“
https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-vom-9-oktober-2020-100.html